
Die Eder hat ihren Ursprung im Rothaargebirge. Als kleiner schneller Bach durchfließt sie in ihrem rasanten Tempo ostwärts das Wittgensteiner Land und passiert in weiten Schleifen Battenberg. Auch bekannt als „Die Eilige“ zieht sie mit flotter Strömung an der alten Hessenstadt Frankenberg mit ihrem sehenswerten zehntürmigen Rathaus vorbei.
Bis Herzhausen säumt dichter Wald das Flusstal. Hier mündet die Eder in den 27 km langen Edersee, der 1914 zur Verbesserung der Schiffbarkeit der Weser gebaut wurde. Ab hier ist auch das Paddeln möglich. Anfangs windet sich dieser fjordartige Stausee durch

ein steilwandiges Kerbtal, mit ausgedehnten Buchenwälder an den Hängen des Naturparks Kellerwald-Edersee. Nach extrem niederschlagsarmen Sommermonaten tauchen hier alte versunkene Dörfer, Brücken und Friedhöfe wieder aus den Fluten auf. Nach einigen Kilometern weitet sich der Edersee zu einer großen glitzernden Wasserfläche, über die Segelschiffe und Kanus gemächlich dahingleiten. Am steilen Nordufer strecken bis zu 1000-jährige Knorreichen ihre bizarren Äste gen Himmel. Mit Blick zur linken Uferseite hinauf ist am Ende des Sees die imposante Burganlage der Bergstadt Waldeck zu erkennen. Hinter der 47 m hohen Staustufe von Affoldern fließt die Eder mit ihrem sprudelnd klaren Wasser nun in zügiger Strömung durch einzigartige Auewälder, die im Herbst und Frühjahr von Zugvögeln als Rasträume genutzt werden. Durch ein fruchtbares, breiter werdendes Tal strömt sie der ehrwürdigen Dom- und Kaiserstadt Fritzlar mit ihrem fabelhaften Fachwerkensemble entgegen. Vorbei an der Burgruine Altenburg nimmt die Eder zur rechten Hand die Schwalm auf, passiert die 3-Burgen-Stadt Felsberg, bevor sie bei Grifte nach einer Gesamtlänge von ca. 100 km in die Fulda mündet.
Der Paddeltipp: Affoldern – Fritzlar – Niedermöllrich –Felsberg – Grifte (43 km)
1. Tag Affoldern – Niedermöllrich für Biwakübernachtung (24 km)
Direkt hinter dem Ausgleichsbecken des Edersees in Affoldern ist der ideale Einsatzpunkt. Flotte Strömung garantiert ein wahres Paddelvergnügen. Allerdings ist die Wasserabgabe in seltenen Fällen so hoch, dass es gefährlich werden kann. Bitte informieren Sie sich vorher bei einem Kanuanbieter vor Ort. Zu dem Glitzern der Wasseroberfläche gesellt sich das wechselnde Spiel von Licht und Schatten im grünen Baumgeflecht der Auewälder am Ufer. Auf der Hälfte der Strecke lädt in Anraff ein Rastplatz zum Picknick ein. Weiter geht die Fahrt bis zu zwei kurz hinter einander liegenden Sohlgleiten, den neu erbauten Staustufen. Sie sollen das Auegebiet verbreitern. Empfohlen wird ein Umtragen der Boote. Durch zwei spritzige Schwälle gleitet das Boot flussabwärts, bis das aufstauende Wasser das Wehr von Ungedanken/Fritzlar ankündigt. Eine Unterbrechung der Tour für einen Bummel durch die Altstadt von Fritzlar und einen Imbiss auf dem mittelalterlichen Marktplatz lohnt sich hier. Man fühlt sich zwischen Patrizierhäusern 500 Jahre zurückversetzt, als diese Stadt noch eine rege Handelsstadt mit eigenem Münzrecht war. Für diejenigen, die am 1. Tag weniger Kilometer paddeln wollen, laden in Fritzlar mehrere Hotels zum Übernachten ein. Die empfohlene Strecke führt ca. 9,5 km weiter bis zur Ausstiegsstelle hinter der Brücke von Niedermöllrich.
Detailbeschreibung (Flusskilometer in Klammern)
Die Einsatzstelle in Affoldern (43,7) befindet sich unterhalb der Ederbrücke am Pegelhäuschen gegenüber dem Campingplatz. Nach 6,4 km kann man die erste Rast einlegen (rechts und links vor der Brücke in Anraff) (37,3). Kurz danach müssen zwei Sohlgleiten (35 und 34,8) links umtragen werden. Das Fritzlarer Wehr (29,1) dagegen muss rechts umtragen werden. Die Ausstiegsstelle liegt in Niedermöllrich hinter der Brücke rechts (19,7). Dort befindet sich auch ein großer Parkplatz. Bei dem Wehr von Altenburg (16,6) taucht unerwartet über dem Wasser eine verlassene Burgruine auf und erinnert an jene Zeit, als hier vor 150 Jahren Gold aus dem Fluss gewonnen wurde. Hier mündet auch die Schwalm in die Eder. Sie tragen rechts um und setzen in die Schwalm wieder ein. Dann steuern Sie Felsberg an. Ein Besuch der hübschen Fachwerkstadt mit ihrer eindrucksvollen Burganlage sollte hier unbedingt eingeplant werden. Wer im Zelt übernachten will oder die Felsberg anschauen möchte, muss weiter fahren bis Felsberg (14,2, links an der Fußgängerbrücke ausbooten). Dort gibt es eine Biwakwiese direkt neben der Ausstiegsstelle.
2. Tag Felsberg- Grifte (14,2 km)
Am nächsten Tag führt die Tour weiter in zügigem Tempo durch die reizvolle Landschaft mit einem Panorama von Hügeln, Wald und Wiesen. Die letzte Etappe führt durch eine weite Schleife. Noch einmal muss ein Wehr (Wolfershausen) überwunden werden, bis schließlich eine romantische Mühle vor dem Wehr in Grifte die Aussatzstelle ankündigt.
Detailbeschreibung (Flusskilometer in Klammern)
Der zweite Tag beginnt entweder in Fritzlar oder in Felsberg. Einen Steg zu einer schönen Wiese für eine Rast findet man in Altenbrunslar (9,5) rechts nach der Brücke. In Wolfershausen (6,3) muss ein Wehr rechts umtragen werden (rechts). In Grifte (0,7) endet die Tour vor dem Wehr rechts. Bitte bei der Wiese das Tor wieder schließen und nicht dort rasten.
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