Grenzenloses Urlaubsgefühl - Barrierefreies Reisen in Hessen


Pressenewsletter - Barrierefreies Reisen in Hessen
© Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main

Barrierefreien Tourismusangeboten gehört die Zukunft: in den letzten Jahren ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen und durch den demografischen Wandel wird diesem Marktsegment ein großes Zukunftspotenzial bescheinigt. Mit dem aktuellen Projekt „Reisen für Alle“ können Menschen mit Handicap, Senioren und Familien mit kleinen Kindern bei ihrer Reisevorbereitung deutschlandweit auf einheitlich geprüfte Informationen zugreifen. In Hessen gibt es derzeit zwei zertifizierte Hotels, weitere Zertifizierungen sind aber in Vorbereitung. Aber auch ohne formale Zertifizierung reagieren die Anbieter auf die Entwicklung und es gibt bereits eine ganze Reihe von touristischen Angeboten für behinderte beziehungsweise mobilitätseingeschränkte Menschen. 

Fritzlar räumt Hindernisse aus dem Weg

Die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar an der Deutschen Märchenstraße hat für Gäste mit körperlichen Einschränkungen alle Hindernisse in der mittelalterlich geprägten Altstadt „aus dem Weg geräumt“. So wurden barrierefreie Wege geschaffen und Zugänge, beispielsweise zum Dom oder zum Hochzeitshaus, barrierefrei umgebaut. Für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen sind spezielle Stadtrundgänge ausgearbeitet worden, die barrierefrei oder leicht zugänglich sind. Und für Besucher, die blind sind oder Einschränkungen beim Sehen haben, macht die Stadtführergilde die Stadt hörbar und ihre architektonischen Besonderheiten greifbar. Für Gehörlose und Menschen mit Hörschädigungen werden einige Führungen in Gebärdensprache übersetzt. Fritzlar macht es sich zum Ziel, eine Servicekette für barrierefreie Angebote aufzubauen, um Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen alle touristischen Angebote zugänglich zu machen. Für das Engagement auf dem Gebiet der Barrierefreiheit ist Fritzlar in diesem Jahr mit dem Hessischen Tourismuspreis ausgezeichnet worden.

Mit dem Scooter die Faszination Wildnis im Nationalpark Kellerwald-Edersee erleben

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee bietet Rollstuhlfahrern und Menschen, die keine langen Wanderstrecken mehr bewältigen können, die Möglichkeit, seine Wildnis mit dem Elektro-Scooter zu erkunden. Der Elektro-Scooter kann kostenfrei im NationalparkZentrum ausgeliehen werden. Von dort aus können Gäste autark die nahgelegene, barrierefreie Hagenstein-Route befahren. Die fast sechs Kilometer lange Tour führt zu den knorrigen Eichen- und Buchenwäldern des Hagensteins. Ein besonderes Erlebnis ist die einzigartige Aussicht auf das Edertal von der „Loreley des Edertals“ aus. Die naturnah gestaltete Aussichtsrampe ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Der Nationalpark bietet auch regelmäßig Führungen zum Hagenstein an. Die etwa zweieinhalbstündigen Touren sind ausdrücklich für aktive Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen geeignet. Die Teilnahme ist kostenlos.

Willingen: Ohne Hindernisse hoch hinaus

Das nordhessische Willingen ist als wichtiger Standort für den Wintersport bekannt und hat vor allem durch das jährlich stattfindende Weltcup-Skispringen an der Mühlenkopfschanze internationale Bekanntheit erlangt. Die Berge in der Umgebung sind durchschnittlich 800 Meter hoch, der höchste Aussichtspunkt liegt in 875 Metern Höhe. Auch für Rollstuhlfahrer ist der Besuch von Willingens Hausberg und seinem Aussichtsturm kein Problem: Denn die Zugänge zur Bergbahn und zum Turm sind allesamt barrierefrei. Rampen und Wege, die Kabinen der Seilbahn und der Aufzug zur Aussichtsplattform des Hochheideturms sowie die Zugänge zu den Gastronomiebetrieben an der Berg- und Talstation sind allesamt barrierefrei. Von der Aussichtsplattform des Hochheideturms auf dem Ettelsberg sind an klaren Tagen spektakuläre Fernblicke möglich. Auch der Speichersee, der sich ganz in der Nähe des Hochheideturms befindet, kann mit dem Rollstuhl umfahren werden, hier wird allerdings Begleitung empfohlen. 


Entdeckungstour für Blinde im Naturpark Habichtswald

Eine Entdeckungstour speziell für Sehbehinderte und Blinde hat der Naturpark Habichtswald im Programm. Die etwa dreistündige Tour führt durch den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Gemeinsam mit einer Naturparkführerin geht es darum, die Natur mit fast allen Sinnen zu entdecken – Gehölze und Rinden mit den Fingern erforschen, Blüten- und Pflanzenduft wahrnehmen und die Herkunft von Geräuschen der Natur ergründen: So soll die Führung zum Naturerlebnis werden. Außerdem erfahren die Teilnehmer auch vieles über den Bergpark und seine Entstehung. Eine Begleitperson oder der sichere Umgang mit dem Blindenstock sind empfehlenswert. Im Naturpark Habichtswald gibt es auch eine Naturparkführerin, die in Gebärdensprache ausgebildet ist und ihre Führungen für hörgeschädigte Teilnehmer anbietet. 

„Joëlette“ macht es möglich: Mit dem Rollstuhl durch den Habichtswald

In der GrimmHeimat NordHessen können Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Gehbehinderung bei einer Wandertour durch den Naturpark Habichtswald die Natur erleben. Möglich macht das die Joëlette – eine französische Konstruktion, mit der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in einer Art geländegängigem Rollstuhl über nicht befestigte und unebene Wege gefahren werden können. Im Moment stehen für eine Tour mit der Joëlette drei Strecken zwischen zwei und fünf Kilometern Länge rund um den Dörnberg zur Verfügung. Weitere Wegstrecken sind in Vorbereitung. Der Geländerollstuhl kann im Naturparkzentrum ausgeliehen werden. Gehbehinderte können dann – gemeinsam mit ihren Begleitern – den Naturpark ungehindert erkunden. Für eine halbtägige Tour wird ein Unkostenbeitrag von fünf Euro, für eine ganztägige Ausleihe von zehn Euro erhoben.

Wandern ohne Barrieren: Rollstuhlweg Eschbach im Taunus

Im Mittelgebirge des hessischen Taunus gibt es bei Eschbach einen Rundwanderweg für Rollstuhlfahrer. Vom Parkplatz „Eschbacher Klippen“ führt der 3,5 Kilometer lange Weg vorbei am Kaiser-Friedrich Felsen sowie an einem Insektenhotel der Vogelschutzgruppe Eschbach. Die Eschbacher Klippen bilden zu der sanft hügeligen Landschaft des Naturpark Hochtaunus einen starken Kontrast. Mitten im Usinger Land sind die Klippen, nördlich von Usingen-Eschbach gelegen, bizarre, steil aufragende bis zwölf Meter hohe Felsen aus Quarzgestein. Der Weg ist gut ausgebaut, so dass er besonders für die Nutzung mit Rollstühlen und Kinderwagen geeignet ist und mobilitätseingeschränkten Wanderern ermöglicht, den Taunus zu erleben.

Barrierefreies Eintauchen in die Keltenwelt Glauberg

Die Funde aus drei keltischen Gräbern auf dem Glauberg, ein südlicher Basaltausläufer des Vogelsberges, gelten weltweit als wissenschaftliche Sensation und können auch von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen besichtigt werden. Das Museumsgebäude der Keltenwelt Glauberg ist komplett barrierefrei und somit ein besonderes Ausflugsziel für Rollstuhlfahrer. Bereits im fünften Jahrhundert vor Christus war der Glauberg besiedelt. Heute werden in der Keltenwelt in einem Museum Waffen, Schmuck und andere Gegenstände multimedial präsentiert, kombiniert mit einer fiktiven Geschichte, die die Zeit der Kelten zum Leben erweckt. Im Mittelpunkt steht eine lebensgroße 2.500 Jahre alte Statute aus Sandstein, die hier gefunden wurde. Das Museum selbst ist ein spektakuläres Gebäude und bietet einen weiten Panoramablick über die Landschaft. Für Sehbehinderte und Blinde gibt es zusätzlich einen Audio-Guide sowie Sonderführungen auf Anfrage. Der archäologische Park hingegen führt über naturbelassene Pfade und ist somit nicht für Rollstuhlfahrer geeignet.

Barrierefreie Erholung und Ruhe in Bad Salzhausen

Eine der ältesten Kurparkanlagen Deutschlands lockt Urlauber ins hessische Bad Salzhausen. Bereits 1827 wurde der Kurpark angelegt und bietet heute barrierefreie Erholung, Ruhe und Entspannung auf rund 52 Hektar Fläche. Ein Heilpflanzen-Kräuter Schaugarten, die alten Gebäude der Saline, die Trinkkurhalle, Wandelhalle und die gepflegte Parkanlage laden zum Verweilen ein. Mehrere Heilquellen entspringen in Bad Salzhausen. Im Kurpark sind die Lithiumquelle, die Södergrundquelle, die Schwefel- und die Stahlquelle zu finden. Der Parkbereich geht übergangslos in eine eindrucksvolle Naturlandschaft über. Über 300 Gehölzarten sind hier zu finden sowie über 30 Meter hohe Bäume. Der Kurpark in Bad Salzhausen ist ebenerdig und dank seiner gut befestigten Wege für Rollstuhlfahrer geeignet.

Barrierefrei durch Hessens höchstgelegenes Heilbad: Stadtführungen im Sitzen in Herbstein

Im hessischen Heilbad Herbstein können auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Stadt bei einem Rundgang besichtigen. Der kleine Unterschied: Das Tempo und der Ablauf richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Teilnehmer und es werden bei langsamer Geschwindigkeit nur kurze Strecken zurückgelegt. Die Führung läuft vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt, an denen genügend Sitzgelegenheiten für kleine Verschnaufpausen zur Verfügung stehen. Die Altstadt von Herbstein ist ebenfalls barrierefrei. 

Atempause vom Alltag: Barrierefreie Thermalquellen in Schlangenbad

Zwischen Taunusgebirge und Rheingau in waldreichen Mittelgebirgshöhen eingebettet, liegt der hessische Kurort Schlangenbad. Speziell Menschen, die auf Gehhilfe angewiesen sind, können in Schlangenbad eine Atempause vom Alltag einlegen und die sanfte Ruhe der Natur und die belebende Frische der Schlangenbader Thermalquellen genießen. Die im Kurpark gelegene Aeskulap Therme verspricht dem Besucher ein 32°C wohlig warmes Thermalwasser und damit Entspannung pur. Der Zugang ins Bad ist dabei bis zum Erreichen des Beckenrands rollstuhlgerecht ausgebaut. Übernachten können mobilitätseingeschränkte Gäste im Hotel & Residenz am Kurpark, welches als barrierefrei deklariert ist. 


Stehen bleiben, wo etwas zu hören ist: Stadtführungen für Blinde in Marburg

Die mittelhessische Universitätsstadt Marburg bietet Stadtführungen für blinde und sehbehinderte Menschen unter dem Motto „Marburg aus einer anderen Sicht“ an. Bei den geführten Touren stehen Fühlen, Hören und Tasten im Vordergrund. Den Teilnehmern wird so die Topographie über das Lahntal, die Oberstadt und den Schlossberg vermittelt. Der Weg zur Oberstadt führt mitten auf dem oberen Steinweg und es kann mit den Füßen erspürt werden, dass er seinen Namen zu Recht trägt. Und die Ausmaße der Elisabethkirche, deren Baustil und Baugeschichte, erfahren die Teilnehmer durch Erklärungen, Umrunden, Betasten sowie Anfassen. Infos: www.marburg-biedenkopf-tourismus.de 

Barrierefreier Hörgenuss im neuen Spessart FORUM in Bad Soden-Salmünster

Barrierefreiheit ist in Bad Soden-Salmünster in allen öffentlichen Einrichtungen selbstverständlich. Nun ist die osthessische Stadt in Sachen Barrierefreiheit noch einen Schritt weiter gegangen: Das am 2. Oktober 2015 neu eröffnete Spessart FORUM ist die multifunktionale Veranstaltungs-Location mitten im Herzen von Bad Soden-Salmünster und nicht nur barrierefrei für jeden zu erreichen – hier wird auch der Hörgenuss für Menschen mit Hörgeräten optimiert. Die neue Induktionstechnik, die im Hallenboden verlegt wurde, macht es möglich und die Musik-, Gesangs- und Sprachübertragungen gehen direkt ins Ohr.

Tastmodelle für blinde und seheingeschränkte Besucher im Hessischen Landesmuseum Darmstadt 

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt ist auch für blinde und seheingeschränkte Besucher ein Museum mit allen Sinnen. Mit Hilfe von tastbaren Reliefs, die in den Rundgang integriert sind, ist das Museum auch für sie erfahrbar. Als eines der ersten Museen in Deutschland ermöglicht das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD) dieser Zielgruppe den barrierefreien Besuch einer Dauerausstellung und unterstützt damit eine selbständige Auseinandersetzung mit den Kunstwerken. Die Tastbilder stellen für blinde und seheingeschränkte Besucher ein besonderes und individuelles Kunsterlebnis dar, da sie zur haptischen Erfahrung einladen. Mit Hilfe von modernster Technik werden zweidimensionale Bildinformationen aus Gemälden in die Dreidimensionalität übersetzt. Von ausgewählten Kunstwerken, darunter Anselm Feuerbachs „Iphigenie“ und Max Pechsteins „Bildnis in Rot“ entstanden zunächst handgefertigte Reliefs, die später auf ein geeignetes Material übertragen wurden. Für jede Übersetzung eines Kunstwerks in ein Tastmodell wurde eine individuelle Lösung gefunden, je nach Form und Inhalt des Originals. Der auf die Tastmodelle abgestimmte multimediale Audio-Guide liefert hierzu unterstützende Bildbeschreibungen. Das HLMD hat in enger Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Darmstadt und der Berufsfachschule Holz-Elfenbein in Michelstadt sechs Tastmodelle entwickelt. Blinde und seheingeschränkte Testpersonen waren intensiv daran beteiligt.

Hotel im Kornspeicher mit Kennzeichnung „Reisen für Alle“

Das Hotel im Kornspeicher in Marburg ist bereits im Juli 2014 als eines der ersten Häuser durch einen zertifizierten Erheber evaluiert und durch die Prüfstelle mit der einheitlichen Kennzeichnung im Bereich Barrierefreiheit – “Reisen für Alle” ausgezeichnet worden. Das Hotel, dessen Träger die Sozialhilfe Marburg ist, versteht sich als integratives Hotel, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben liegt den Verantwortlichen am Herzen und sie zeigen auf, was darunter zu verstehen ist: So ist das ganze Hotel samt Außenbereich barrierefrei. Ein Leitsystem im Hotel und Leitmarkierungen im Außenbereich ermöglichen blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung. Menschen mit Pflegebedarf finden die für sie notwendige Ausstattung vor. Die Stockwerkanzeige vor dem Aufzug ist in Braille- und Pyramidenschrift gekennzeichnet, ebenso die Handlaufinformationen im Treppenhaus und die Beschilderung sämtlicher Räume und Türen. Auch die Tastatur im Aufzug ist in Brailleschrift lesbar und verfügt außerdem über eine Sprachansage. Der Gebäudegrundriss ist an der Rezeption taktil erfassbar und in den Fluren geben LED-Leuchten Sehbehinderten ein optisches Orientierungssystem. Darüber hinaus sind in den Fluren keine Möbel zu finden – das ermöglicht eine barrierefreie Fortbewegung vom Frühstücksraum, über die Lounge hin zu den Tagungsräumen und den Zimmern. 

„Reisen für Alle“ im Hotel Im Schulhaus in Lorch

In Lorch im Rheingau macht das Hotel Im Schulhaus „Reisen für Alle“ möglich. Seit April 2015 gehört das Drei-Sterne-Hotel zu den nach dem bundesweiten Zertifizierungssystem ausgezeichneten Betrieben für Gäste mit eingeschränkter Mobilität. Alle Zimmer im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Obergeschoss des Hauses sind barrierefrei zugänglich. Im Erdgeschoss gibt es zusätzlich ein Zimmer, das speziell für Gäste mit Behinderung realisiert wurde. Hier finden Gäste eine elektrische Türöffnung und elektrisch zu bedienende Gardinen und Vorhänge, ein komplett rollstuhlgeeignetes Bad, höhenverstellbare Spiegel sowie bewegliche Kleiderstangen vor. Auch der Frühstücksraum, die Terrasse sowie die Auslagen im ersten Stock können problemlos von Menschen erreicht werden, die auf Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Auch die Mitarbeiter des Hauses sind geschult für die besonderen Bedürfnisse der Gäste – im Vorfeld der Zertifizierung haben sie ein Sensibilisierungs-Seminar absolviert, um den Anforderungen zu genügen. 

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