Hungener Schloss im Vogelsberg preloader-image Hessen Agentur

Hungener Schloss

Schloss Hungen im Vogelsberg

Barockgebäude aus dem 15. Jahrhundert

Schloss Hungen

Das wunderschöne Barockgebäude ist aus verschiedenen Gründen ein ganz besonderer Lieblingsort in Hungen. Zunächst lässt der leicht ansteigende Kopfsteinpflasterweg nicht direkt erahnen, zu welch märchenhaftem Garten er Zugang verschafft. Selbst ein amerikanischer Trickfilmgigant hätte diese Kulisse für eine seiner Prinzessinnen nicht besser zeichnen können. Ein Anblick wahrlich wie aus dem Märchenfilm. Noch dazu hat das Schloss Hungen selbst in der jüngeren Zeit eine Geschichte erlebt, aus der man ein Drehbuch machen könnte. 1974 ließ der Graf von Oppersdorff, Schlossherr aus dem Hause Braunfels das Gebäude beim Notar offiziell verschenken. Eine kleine Gruppe um den Theologieprofessor Adolf Hampel startete unversehens das Projekt „Schlossfreunde“ und lies sich das Schloss schenken. Es ist ihrem Engagement und Enthusiasmus zu verdanken, dass der riesige Bau aus dem 15. Jahrhundert in seinem jetzigen Glanz wieder erstrahlt. „Es war nicht immer ganz einfach,“ erklärt Angelika Werner-Wildhack, Bewohnerin der ersten Stunde. Nicht nur, weil das Gebäude verfallener war, als man zunächst erkennen konnte. Aus den Schlossfreunden wurde eine Eigentümergemeinschaft. 23 Wohnungen mit 114 Räumen und 3.080 Quadratmeter Wohnfläche sind entstanden. Die Bewohner oder Schlossherren haben eine ehrenamtlich tätige Selbstverwaltung. Ihr Bestreben formulieren sie selbst so: „Ein nicht immer einfaches und bis heute wichtiges gemeinsames Bemühen ist es, in einer guten nachbarschaftlichen Balance von Zusammenhalt als Gruppe und individuellen Freiräumen miteinander zu leben.“ 

Privatsphäre und öffentliche Begegnungen

Individualität und Gemeinschaftlichkeit – beides wird bei den Bewohnern des Hungener Schlosses großgeschrieben. Die Wohnungen sind in Privatbesitz und stehen verständlicherweise dem Besucher nicht zur Besichtigung frei. Doch manchmal zu besonderen Anlässen, wie der Tag des offenen Denkmals, öffnet zum Beispiel Christoph Fellner von Feldegg seine Privaträume. Zusammen mit seiner Frau bewohnt er eine verschlungene Drei-Zimmer-Wohnung mit mächtigem Kamin im Wohnzimmer und großer Sonnenterrasse zum Garten. Die Kinder sind mittlerweile aus dem Haus, einen Umzug kann sich von Feldegg trotzdem nicht vorstellen. „Meine Frau hat den Spruch geprägt, wir gehen hier nur mit Waffengewalt heraus“, lacht er. Trotz aller Privatsphäre, das Schloss sollte auch immer ein Begegnungsort, vor allem für die Hungener, sein, betont Angelika Werner-Wildhack. Deshalb gibt es regelmäßig Feste, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen oder Theater im Innenhof in den Gemeinschaftsräumen des Schlosses. Die Veranstaltungsräume sind zum einen der 70 Quadratmeter große, rustikale Pferdestall in einem Nebengebäude. Der Blaue Saal mit seinen 80 Quadratmetern kann seit 2014 von der Stadt Hungen im Vogelsberg auch als Trauzimmer für standesamtliche Hochzeiten genutzt werden.