Dienstmädchen alias Gästeführerin Silvia Schaaf-Doormeier im Sophiengarten von Eschwege preloader-image Hessen Agentur

Originelle Stadtführungen

Originelle Stadtführungen

Kreative Hessen bringen den Besuchern Traditionen näher

Sophiengarten Eschwege

Sophia, Tochter des deutschen Kaisers Otto II, war als Äbtissin die Mutter der Stadt Eschwege. Der nach ihr benannte Sophiengarten ist eine Ruheoase und Holunderanbaugebiet nicht nur für Touristen sondern wird auch von den Einwohnern gerne zur Entspannung genutzt.

 

Gästeführerin Silvia Schaaf-Doormeier bietet hier Führungen an und erklärt den Besuchern Kräuter und Geschichte des Sophiengartens in Eschwege. Im Sommer ist der Sophiengarten täglich ab 08:00 Uhr geöffnet und kann mit Gästeführung oder Individuell besichtigt werden.

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Unterwegs mit dem Nachtwächter

Wenn es dämmert in der Domstadt, dann zündet ein Mann seine Laterne an: „Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen, vom Turm der Uhr hats Acht geschlagen. Wer noch bei der Arbeit schwitzt oder noch im Gasthaus sitzt, dem ruf ich zu, geht bald zur Ruh.“ So begrüßt der Nachtwächter seine Gäste in Limburg, gewandet mit Hut, Laterne, Mantel, Rufhorn und Hellebarde, einer mittelalterlichen Waffe. Helmut Ulm ist einer von neun Nachtwächtern der Stadt und standesgemäß weiß er einiges zu erzählen. Dem lichtscheuen Gesindel sei er auf der Spur und folgen möge man ihm durch die mittelalterlichen Gassen, die sich hinauf zum Dom winden. Vorbei an wundervoll restaurierten Fachwerkhäusern – Hallenhäusern – wie man erfährt. Es sind typische Geschäfts- und Wohnhäuser der Handelsherren, in deren ebenerdige Halle man mit dem Pferdefuhrwerk einfahren konnte. Burgmannenhöfe und Stiftsherrenhäuser, Wohnhäuser wohlhabender Patrizier, schließen sich an. Der ehemals ummauerte Stadtkern steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Seit 10 Jahren führt Ulm als Nachtwächter durch die Stadt, er ist Mitglied der deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren. Die Atmosphäre sei das Besondere an seiner Führung, die unglaublich beliebt sei bei den Besuchern: „Das Dämonenhafte, das Mysteriöse, die Berufe, die Zünfte aus dem Mittelalter sind spannend, zieht die Menschen an“, erklärt er.

Handelsstraße und Ablassbriefe

 

Das historische Limburg lag an der alten Handelsstraße von Köln nach Frankfurt. Hier in der Altstadt zeigt der Nachwächter seinen Gästen die schmalste Stelle dieser Strecke. In der Fahrgasse, am heutigen Haus „Kleine Rütsche 4“, ist eine entsprechende Inschrift angebracht. Die Breite dieser Stelle ist auch heute noch am Heumarkt in Köln angeschrieben. Denn wer seine Waren transportieren wollte, musste hier durch. Wenige Schritte in Richtung Alte Lahnbrücke findet sich ein ganz besonderer Schatz der Fachwerkkunst. Dieses Gebäude beeindruckt besonders unter den reichen, oft figürlichen Schnitzereien der Häuser aus dem Mittelalter. Das „Haus der sieben Laster“ erbaut 1567. Die in die Balkenköpfe geschnitzten Figuren stellen, von rechts nach links, die Todsünden oder Laster dar: Hoffahrt (Hochmut), Geiz, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Zorn und Trägheit. „Früher konnte man an diesem Ort Ablassbriefe erwerben und sich so von seinen Sünden freikaufen“, erzählt der Nachtwächter mit einem Schmunzeln. Nicht nur Zeit- sondern auch Sprachgeschichte vermittelt der Gästeführer auf seine besondere, charmante Weise: „Zum Beispiel die Torschlusspanik, die hat ihren Ursprung im Mittelalter. Wer nicht pünktlich wieder hinter dem Stadttor war, musste draußen, also außerhalb der Mauern bleiben – und war schutzlos.“ Und so sammelt er die Schar wissbegieriger Besucher um seine Laterne und führt sie wohlbehütet zurück an den Ausgangspunkt der nächtlichen Reise: „Gott muss wachen, Gott muss schützen. Herr durch deine Güt‘ und Macht, schenk uns eine gute Nacht.“

Bierverführung im Odenwald

Um 1900 hatte Michelstadt noch 13 Hausbrauereien, heute sind noch zwei davon übriggeblieben. Bei Daum Bräu werden Gäste während der Bierverführung in die Herstellung und Geschichte des Bieres eingeweiht. Selbst einen eigenen Hopfengarten hat die kleine Brauerei und da hier mit viel Leidenschaft gearbeitet wird kennt der Chef auch alle Lieferanten persönlich. Das Bierbrauen hat Tradition denn Ralf Daum hat es von seinen Eltern übernommen. Vorbeischauen lohnt sich an diesem Lieblingsort in Michelstadt.