Ein Totenkopf aus Papua-Neuguinea mitten im Spessart preloader-image Hessen Agentur

Papua Museum

Papua Museum

Über 800 Exponate aus Papua-Neuguinea im Spessart

Papua Museum

Wer nicht weiß, welcher Schatz sich hinter der Einfahrt zum Hotel am Palais in Gelnhausen-Meerholz befindet, fährt vermutlich vorbei. Doch auf dem Weg zum Parkplatz, wenn die Schranke sich öffnet, öffnet sich auch das Tor zu einer anderen Welt. Riesige Skulpturen aus Stein und asiatische Pavillons zaubern einen Hauch von Indonesien in den Spessart. Es ist das Reich von Dr. Werner Weiglein. Seit 1972 hat der Mediziner auf über 250 Expeditionen und Reisen Papua-Neuguinea besucht und eine einmalige kultur- und kunsthistorische Sammlung von über 800 Ausstellungsstücken zusammengestellt. „Das war ganz am Anfang, dass ich mich in das Land verliebt habe. Und in die Leute, die so freundlich sind“, erklärt er seine Begeisterung für den Inselstaat nördlich von Australien. 2015 eröffnet Dr. Weiglein sein Museum im Beisein des damaligen indonesischen Bildungsministers. „Diese Ausstellung hat den Schutz und das Wohlwollen der indonesischen Regierung“, erklärt der erfahrene Expeditionsleiter voller Stolz. Auch wenn er mittlerweile einen indonesischen Pass hat, seine Heimat ist nach wie vor Gelnhausen. Bald könnte es aber tatsächlich beides sein. Sollte dem Gelände des Papua Museums wie geplant diplomatischer Status verliehen werden, betritt man vielleicht bald in Gelnhausen indonesisches Staatsgebiet.

Kopfgräber, Seelenboote, Rachepfähle

Für Dr. Weiglein ist Papua-Neuguinea in vielerlei Hinsicht einzigartig: Die zweitgrößte Insel der Welt besitzt die größte Artenvielfalt in Flora und Fauna und die gesprochenen 700 Muttersprachen reflektieren die ausgeprägte kulturelle Vielfalt. „Das Papua Museum möchte die unmittelbare Begegnung mit Originalobjekten einer steinzeitlichen Kultur ermöglichen und so eine Basis für einen interkulturellen Ausgleich und Vergleich schaffen. Die Ausstellungsstücke sollen Verständnis für eine der faszinierendsten Kulturen Ozeaniens geben, die vielerorts noch bis heute intakt ist“, erklärt der Eigentümer seine Sammlung. Einige Figuren, die Dr. Weiglein besitzt, sind von unschätzbarem Wert. Manche Geschichten dazu klingen wie Abenteuerromane und Gruselfilmvorlagen. Der Sammler erläutert die oft brutalen Lebensformen der Naturstämme nicht ohne eine gewisse Faszination aber ohne effektheischenden Hintergrund. Ein Nachmittag reicht kaum aus, um an seinem Erfahrungsschatz und Wissen Teil zu haben. Wer ihn zwischen seinen immer noch regelmäßigen Reisen nach Papua-Neuguinea in Gelnhausen trifft, betritt für kurze Zeit wirklich eine ganz andere Welt an diesem Lieblingsort.