Bäckermeister Friedel Drayß aus Lorsch mit seinem Welschbrot preloader-image Hessen Agentur

Welschbrot. Duftender Brotkuchen im Herbst

Welschbrot

Mit Anis, Rosinen und Mais in den duftenden Herbst

Welschbrot

Wenn es Herbst wird in Lorsch, dann ist Welschbrot-Zeit. Dann duftet es in der Backstube von Bäckermeister Friedel Drayß nach Mais und Anis. „Wem das Welsches schmeckt, ist auch ein echter Lorscher“, sagt er. Das Traditionsbackwerk ist sein ganzer Stolz. Wie weit die Entstehung dieser Spezialität zurückreicht, ist nicht bekannt. Vermutlich wurde es bereits vor 300 Jahren in Lorsch von jeder Hausfrau gebacken. Der Name hat aber seine Geschichte: Als Welsch wurden die Fremden bezeichnet, die Romanischen, die nach dem 30jährigen Krieg unter anderem aus dem Elsass und Lothringen in die entvölkerte Region zuzogen. Sie brachten das Welschkorn – den Mais mit, der heute noch einen großen Anteil in dem gleichnamigen Brot hat.


Backen und Brauen


Seit 1686 gibt es die Bäckerei Drayß in Lorsch, seit 295 Jahren wird der Betrieb von der Familie geführt. „Traditionell übergab der Vater dem Sohn das Geschäft“, erklärt Friedel Drayß. Und nun führt er als ehemals einer der jüngsten Bäckermeister der Region das Geschäft schon seit 30 Jahren. Ein Ur-Lorscher mit tiefer Verbundenheit zu seiner Stadt. In der klösterlichen Tradition, die überall in Lorsch spürbar ist, war Brot und Bier immer eng mit einander verbunden. Deshalb war es für Friedel Drayß auch kein großes Wagnis in dem barocken Bürgerhaus in der Bahnhofstraße ein Back- und Brauhaus neu zu eröffnen. Sämtliche Biere fließen naturbelassen, ungefiltert und unpasteurisiert ins Glas.

 

Welschbrotzeit ist Kerbezeit

 

Seit 40 Jahren ist die Bäckerei Drayß bereits biozertifiziert und gemahlen wird noch im Betrieb selbst. Auch darauf ist der Bäckermeister stolz. Aber das Welschbrot ist und bleibt seine Herzensangelegenheit: „Es schmeckt nach Herbst, Kerb und Adventszeit“, schwärmt Friedel Drayß . Zwischen 80 und 100 Brote werden täglich hergestellt, sobald es draußen kühler wird. Der einzigartige Geschmack nach Mais, Rosinen und Anis ist nicht nur für den Lorscher ein Hochgenuss. Und wer die Saison verpasst hat, der kann sogar in der Bäckerei in dekorativer Verpackung die Original-Backmischung vom Bäckermeister persönlich erstehen. Für den Lorscher Welschbrot-Gaumenschmaus zu Hause.