Blick auf die Burgruine Ehrenfels und Rüdesheim über den Rheinpreloader-image
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Rüdesheim –

die Weinstadt am Rhein

Kleinstadt mit Weltruhm

Zahlreiche Bürger- und Adelshöfe, beeindruckende Fachwerkbauten und eine Gasse, die jährlich über drei Millionen Besucher zählt – Rüdesheim am Rhein genießt Weltruhm. Das hat die Kleinstadt zum einen dem bekannten Asbach-Destillat zu verdanken, zum anderen dem hervorragenden Wein, der hier seit über 2000 Jahren gekeltert wird.

Ein perfekter Tag in Rüdesheim …

… beginnt mit einem kurzen Spaziergang am Rheinufer. Während Dir der Fluss freundlich entgegen glitzert, hast Du schon einen wichtigen Punkt auf deiner To-do-Liste abgehakt. Der Rhein spielt in Rüdesheim nämlich eine große Rolle. Er ist maßgeblich für das milde Klima der Region verantwortlich, das wiederum für den exzellenten Wein sorgt, aber dazu später mehr.

Dein erstes Ziel ist die Altstadt. Bereits auf dem Weg vom Bahnhof dorthin bekommst Du einiges zu sehen. Zwischen dicht bepflanzten Weinbergen liegt ein sehr quadratisches, sehr altes Bauwerk, die Brömserburg. Die Karriere der über 1000 Jahre alten Burg begann als Wehrbau, 200 Jahre später wurde sie zur Wohnburg umfunktioniert und mit Unterbrechungen bis 1937 bewohnt. Heute befindet sich das Museum zur Weinkultur hinter den zwei Meter starken Mauern. Vor Dir besuchten bedeutende Menschen die alten Gemäuer, darunter Johann Wolfgang von Goethe, Felix Mendelssohn Bartholdy und die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm.

Schräg hinter der Brömserburg  es wirkt fast als würden sie sich einen Garten teilen – liegt die Boosenburg. Von der ursprünglichen Burg aus dem 9. Jahrhundert ist nur noch der Turm erhalten. An ihn wurde später der villenähnliche Anbau gesetzt. So interessant das Gebäude auch aussieht, das Gelände ist im Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.   

Es ist Zeit, sich vom Rhein zu verabschieden, Du biegst in die hübsche Altstadt von Rüdesheim ab. Im Gegensatz zu vielen anderen pilgerst Du jedoch nicht auf direktem Weg in die Drosselgasse. Vorerst wandelst Du auf den Spuren des Rüdesheimer Adels. In und um Rüdesheim gibt es ungewöhnlich viele Burgen- und Adelshöfe. Das ist unter anderem den fränkischen Gaugrafen zu verdanken, die um das 8. Jahrhundert einen Rüdesheimer Ortsadel gründeten. Hohe Herrschaften müssen natürlich herrschaftlich wohnen, so bauten einzelne Familienzweige ihre eigenen Burgsitze, sogenannte Höfe. 

Einige davon kannst Du in der Oberstraße bewundern, den Brömserhof zum Beispiel. Der angeblich schönste aller Höfe wurde im Jahr 1292 erbaut und gehört zu Rüdesheims meistfotografierten Sehenswürdigkeiten. Heute beherbergt der Hof das Museum für mechanische Musikinstrumente „Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett“. In den Fenstern des Hofs hängen Glocken aus Meißner Porzellan, die zu jeder halben Stunden erklingen. 

Von hier führt Dich fast jede Straße in die Altstadt. Lass Dich für eine Weile einfach ziellos treiben, schmale gepflasterte Gässchen, hübsche Fachwerkhäuser und stuckverzierte Bauten sind Deine Belohnung. Und danach? Ab in die Drosselgasse. In der geselligsten Straße Rüdenheims reiht sich ein Weingasthaus an das nächste. Mehr als drei Millionen Besucher aus der ganzen Welt spazieren jährlich durch die hübsche Gasse, manche nur, um mal da gewesen zu sein, andere zum Feiern. Bestell Dir hier unbedingt einen Rüdesheimer Kaffee, ein Getränk, das unter anderem mit Asbach Uralt zubereitet wird (hier geht’s zum Video). Dieser Name und die Zutat sind nicht zufällig kombiniert worden: 1892 begann der Kölner Destillateur Hugo Asbach, den Weinbrand in Rüdesheim herzustellen. Im Asbach Besucher Center im Westen der Stadt kannst Du mehr über das Getränk und seine Geschichte erfahren und an einer Führung mit Verkostung teilnehmen. 

Spätestens zum Sonnenuntergang ist es Zeit, an den Rhein zurückzukehren. Bei gutem Wetter zieht es ganz Rüdesheim an den Strom. Unsere Empfehlung: Ein Besuch bei einer der beiden Weinbars (www.weinstrand.de, www.weinstand-ruedesheim.de) direkt am Ufer. Hol Dir ein erfrischendes Gläschen Wein, nimm auf einem der Liegestühle Platz und genieße es, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Apropos Wein

Rüdesheim am Rhein liegt in der Weinregion Rheingau. Die gehört mit einer Rebfläche von etwa 3.000 Hektar zu den kleinsten Anbaugebieten Deutschlands und zählt nach Meinungen einiger Experten zu den bedeutendsten der Welt. Dank des Rheins und der umliegenden Wälder des Taunusgebirges herrschen im Rheingau ideale klimatische Bedingungen für den Weinbau. Auch die Bodenvielfalt (Schiefer, Quarzit, Sandstein und Löss) und das Klima (9,9°C mittlere Jahrestemperatur, 1643 Sonnenstunden und nur 536 mm Jahresniederschläge) tragen ihren Teil dazu bei. Bereits die Römer begannen im dritten Jahrhundert n. Chr. mit dem Weinbau in der Region. Karl der Große empfahl um 800 n. Chr. die Nutzung der edlen Orleans-Reben, und die Mainzer Erzbischöfe sorgten zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert für die Ausdehnung des Anbaugebiets auf die heutige Größe.

Wie es der Beiname „Weinstadt“ erahnen lässt, spielt der Weinbau auch in Rüdesheim eine wichtige Rolle – und das bereits seit dem 12. Jahrhundert. Wie zum Beweis werden hier zahlreiche Weinerlebnisse angeboten, bei denen Du gleichzeitig auch die Umgebung kennenlernen kannst.
 
Zum Beispiel die Weintour „Querfeldwein“ 
bei Familie Climenti. Die Tour beginnt mit einer Seilbahnfahrt zum Niederwalddenkmal, führt durch die Weinberge und endet mit einer Weinverkostung und ofenfrischem Flammkuchen im Weingut. Ein Erlebnis ist auch die „Schwimmende Weinprobe“ der Rössler-Linie, eine Weinverkostung während einer Schifffahrt durch das Welterbetal Mittelrhein. Serviert werden die Weine, mit Blick auf die steilen Hänge der Rüdesheimer und Assmannshäuser Weinbergslagen.

Ausflug in die Umgebung

Rüdesheim liegt in einer malerischen Naturkulisse und ist Teil des UNESCO Welterbes Mittelrheintal. Ein idealer Startpunkt für ausgedehnte Wanderungen, zum Beispiel auf dem Premiumweg Rheinsteig oder auf dem Historienweg, der durch die Weinlagen rund um Rüdesheim bis zur Burgruine Ehrenfels führt.

Oberhalb der Stadt, mitten in den Weinbergen, erhebt sich die beeindruckende Benediktinerinnenabtei St. Hildegard aus dem 12. Jahrhundert. Auch heute wird sie noch von einer Gemeinschaft von Klosterfrauen bewohnt, die dort zwar zurückgezogen leben, aber trotzdem gerne Gäste empfangen. Ob Du für den Ausblick ins Rheintal, einen Besuch in der wunderschönen Abteikirche, ein Stück Kuchen im Klostercafé oder wegen des Klosterladens kommst – ein Besuch lohnt sich.

Schon von weitem zu sehen und deswegen fast nicht zu verfehlen ist das 38 Meter hohe Niederwalddenkmal. Hauptfigur des 1883 fertiggestellten Denkmals ist die Germania mit Kaiserkrone und Reichsschwert. Sie symbolisiert die Wiedererrichtung des Deutschen Kaiserreiches nach dem Deutsch-Französischen Krieg. Unweit davon liegt der Niederwaldtempel. Der wurde 1790 erbaut und begeisterte schon Größen wie Beethoven und Goethe.

Falls Du nach der Schwimmenden Weinprobe auf den Schiffs-Geschmack gekommen bist: Die über 700 Jahre alte Burg Rheinstein ist von Rüdesheim gut mit dem Schiff zu erreichen. Die Burg thront, von Grün umgeben, über einem Felsvorsprung und sieht nicht nur vom Wasser aus beeindruckend aus. Neben dem Besuch im Burgladen kannst Du es Dir in der Gaststätte „Kleiner Weinprinz“ gut gehen lassen und danach sogar in der Burg übernachten. 

Und wenn Du noch etwas Zeit mitgebracht hast, könntest Du einen Ausflug in das nahegelegene Assmannshausen machen. Von der Burg aus erreichst Du die Heimat des Blauen Spätburgunders entspannt mit dem Schiff.

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