Snowkiter auf der Wasserkuppepreloader-imageSnowkite Wasserkuppe/snowkite.de

Snowkiting auf der Wasserkuppe

Ideal zum Snowkiten

Auf dem höchsten Berg Hessens liegt eines der besten Snowkite-Reviere Deutschlands. Und natürlich gibt es dort oben auch eine Schule, die Anfängern und Fortgeschrittenen den Traum vom Fast-Fliegen näher bringt

 

Der Blick reicht an klaren Tagen gigantisch weit – bis in den Harz, hinüber zum Thüringer Wald oder in den Taunus hinein. Aber das ist nicht das einzige, was Nico Kersberg an der Wasserkuppe im Biosphärenreservat Rhön fasziniert. „Ich liebe im Winter vor allem die Freiheit und die Ruhe hier oben“, erzählt der Snowkite-Lehrer. „Man ist beim Kiten auf dieser weiten, stillen Hochebene mit den Naturelementen verbunden, spürt den Schnee unter den Ski, den Wind im Gesicht und natürlich auch das Tempo.“ Die Wasserkuppe, mit 950 Metern die höchste Erhebung Hessens, ist ideal zum Snowkiten und Langlaufen. An den Hängen gibt es Pisten für Skifahrer und Snowboarder, die Bergspitze ist weitläufig, unbewandert und ohne großes Gefälle. An immerhin durchschnittlich 100 Tagen im Jahr ist sie noch dazu von Schnee bedeckt, trotzdem scheint oft die Sonne. Die Windgeschwindigkeiten liegen meist bei etwa 20 Stundenkilometern. Und, sagt Nico: „Jede Windrichtung funktioniert.“ Man müsse dann halt eventuell den Standort wechseln. Mit den Skifahrern kommen sich die Snowkiter auch nicht in die Quere – denn mit dem Schirm hat man auf der Piste nichts verloren, zu voll, zu schwierige Windverhältnisse. Auf der Ebene wiederum langweilen sich Alpinskifahrer oder Snowboarder.

Fester Boden unter den Füßen

Die Schülerinnen und Schüler von Nico Kersberg dürfen nach einer theoretischen Einführung und Lenkübungen schon am zweiten Tag des Schnupperkurses das Kiten ausprobieren – und das fasziniert Menschen aller Altersgruppen. „Meine jüngsten Anfänger sind etwa zehn Jahre alt, die ältesten weit über 70“, erzählt Kersberg, der im Sommer nach Sylt zum Wasserkiting wechselt, ebenfalls als Lehrer. Gibt es keine Voraussetzungen, die man beim Kiten mitbringen sollte? Nicht allzu viele, meint der Experte. Eine körperliche Grundfitness solltest Du aber schon haben – und nicht das erste Mal auf Ski oder einem Snowboard stehen. „Wer ein bisschen Skifahren kann, sollte es damit probieren, man hat dabei mehr Halt als auf dem Snowboard.“ Der Kite wird übrigens über einen Gurt an der Hüfte befestigt und dann mit den Händen gelenkt. Tipp: Wer sich noch nicht zwischen Snowkiten und Kitesurfen entschieden hat, der startet am besten mit der winterlichen Variante, empfiehlt Nico Kersberg. Das ist leichter, denn: „Da hast Du immer noch festen Boden unter den Füßen, wenn mal etwas schief geht – und musst nicht gleich schwimmen.“ 

Ein Lehrer und höchstens sechs Schüler

Anfängerkurse dauern bei „Snowkiting Wasserkuppe“ zwei Tage, an denen man jeweils etwa drei Stunden draußen im Schnee ist und übt. In Fortgeschrittenenkursen vertiefst Du an zwei weiteren Tagen Dein Wissen und Können. In Ferienzeiten ist das Kursangebot größer – und los geht’s in normalen Jahren etwa Mitte Dezember.  Die Gruppen sind beim Snowkiten auf der Wasserkuppe klein: „Bei uns nimmt ein Lehrer höchstens sechs Schüler mit“, erklärt Nico. Und mehr als zwölf Kursteilnehmer seien auch nicht gemeinsam auf der Hochebene.

Glühwein am Berg

Nach dem Kurs dreht Nico Kersberg gern selbst noch mal eine Runde – übt Sprünge und flitzt über die Kuppe. Die ehemalige Radarkuppel Radom, eine weithin sichtbare Landmarke, die daran erinnert, dass dies hier mal militärische Sperrgebiet war, hat er dabei oft im Blick. Später trifft er sich oft noch mit Freunden in Peterchens Snow Lounge, wo er bei Glühwein und Snacks den Tag ausklingen lässt. Die Wasserkuppe hat nämlich noch einen weiteren Vorteil: Die Infrastruktur ist ziemlich gut – es gibt Hotels und Restaurants sowie das Feriendorf Wasserkuppe – und alles ist autofrei erreichbar. Wir sitzen noch in der Lounge zusammen, und Nico erzählt: Dass Snowkiten kein reiner Männersport sei, Frauen erlernen den Sport seiner Erfahrung nach sogar oft schneller. Dass Könner sich in den Alpen auch Hänge heraufziehen lassen, um dann im Tiefschnee abzufahren. Und dass die Mischung aus Fahren und Fliegen beim Snowkiting einfach großartig sei. „Das Tempo“, meint Nico Kersberg, „sorgt schon für einen ziemlichen Adrenalinkick. Profis fahren über 100 Stundenkilometer schnell, und selbst Anfänger erreichen rasch Geschwindigkeiten von 30 bis 40 kmh. Aber keine Angst – bremsen und lenken sind gar nicht so schwierig.“

Mehr Infos? www.snowkite.de