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Flussabenteuer

6 Radwege an hessischen Flüssen

Copyright Eye Icon© Paavo Blofield

Auf die Räder fertig los!

Hessen ist durchzogen von zahlreichen imposanten Wasserstraßen und noch viel mehr kleinen, ursprünglichen Flüsschen und Bächen. Rhein, Main, Neckar, Werra, Lahn, Fulda, Eder, Nidda, Schwalm – um nur ein paar der unzähligen Flüsse im Land aufzuzählen. Eine besonders schöne Art, die Regionen und Orte rund um die Flüsse Hessens kennenzulernen, ist, ihnen mit dem Rad zu folgen. Sechs reizvolle Radtouren haben wir für Dich rausgesucht.

 

Zwischen Wein und Rhein

Die QuerRhein Radtour

Auf dieser fast 40 Kilometer langen Radtour erwarten Dich ursprüngliche Naturschutzgebiete, weite Panoramablicke auf Weinberge und den Rhein, zwei Fährfahrten und jede Menge urige Weinstuben zum Einkehren. Start und Ende der Rundtour ist an der Hindenburganlage in Bingen. Von dort aus geht es am Kulturufer entlang in Richtung Ingelheim. Ab dem Autofähr-Anleger wird es ruhig und nach den imposanten Resten der Hindenburgbrücke aus dem Zweiten Weltkrieg beginnt das Naturschutzgebiet „Fulder Aue - Ilmen Aue“, wo Du unter hohen Pappeln unmittelbar am Rheinufer auf ebenem Weg radelst. In Bingen-Gaulsheim verlässt der Weg kurz den Rhein, aber nur, um Dir den besten Ausblick auf den Fluss zu verschaffen. Von Ockenheim aus hast Du einen fantastischen Panoramablick auf die Weinhänge des Rheingaus und die Rheinebene.

Von der Ockenheimer Anhöhe radelt es sich dann entspannt bergab bis Gau-Algesheim und auf der Obstroute in die Rotwein- und Kaiserpfalzstadt Ingelheim. Hier solltest Du unbedingt einen Abstecher in die mittelalterliche Altstadt unternehmen. Auf dem weiteren Weg säumen alte Gutshöfe den Weg bis zur Rheinfähre Frei-Weinheim – Oestrich-Winkel.

Auf der anderen Rheinseite angekommen radelst Du durch die Weinberghänge von Winkel und blickst entlang des Panoramawegs linkerhand auf die wunderschöne Rheinebene, rechts hinauf zu den Schlössern Vollrads und Johannisberg. Bald sind die Ausläufer von Rüdesheim erreicht und das über 38 Meter hoch aufragende Niederwalddenkmal von weither sichtbar. Die QuerRhein Tour endet mit einer zweiten Überfahrt über den Rhein, diesmal mit bester Aussicht auf den berühmten Mäuseturm und ans Bingener Rheinufer, wo Dich zahlreiche Weinstuben mit Rheingauer Spezialitäten erwarten.

Von Metropolen-Flair bis Dorfidylle

Der MainRadweg

Knapp 600 Kilometer von Bayern bis Rheinland-Pfalz: Der MainRadweg begleitet seinen Namensgeber von dessen beiden Quellen im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Alb bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Mainz. Er hat zwei Startpunkte in Bayern: Auf Route 1 in Creußen bei Bayreuth und auf Route 2 in Bischofsgrün. Kurz nach Aschaffenburg überquert der Fernradweg die Grenze des Bundeslandes und endet nach 78,6 Kilometern auf hessischem Boden in Mainz. Idyllische, schilfbestandene Uferauen, Baudenkmäler mit tausendjähriger Geschichte und markante Zeugnisse der Industriekultur passierst Du auf den beiden Tagesetappen in Hessen. Zum Beispiel das Isenburger Schloss in Offenbach, den Eisernen Steg und die Friedensbrücke in Frankfurt oder liebevoll restaurierte Fachwerkhäuschen in Hochheim am Main. Besonders reizvoll ist die Tour auch durch ihren Wechsel aus großstädtischem Flair in „Mainhatten“, wie Frankfurt auch genannt wird, und idyllischen Altstadtgässchen in traditionsreichen Weinörtchen. 

Und auch wer diese Region von ihrer kulinarischen Seite kennenlernen möchte, ist auf dem MainRadweg genau richtig. Ob Frankfurter Apfelwein oder ein edler Riesling aus den Rheingauer Weinlagen, ob im urigen Apfelweinlokal oder in der gemütlichen Straußwirtschaft: überall entlang der Strecke gibt es regionale Köstlichkeiten in ebenso landestypischen Lokalen. Darauf: Cheers!

Mit Ruhe und Gelassenheit

Der Lahnradweg

Bunte Wiesen, grüne Hügel, steile Hänge und Felsen begleiten Dich auf der 245 Kilometer langen Tour entlang der Lahn. Sie ist ideal, wenn Du ein paar Tage abschalten und Natur genießen möchtest, denn die ADFC-Qualitätsradroute mit vier Sternen verläuft meist direkt am Fluss entlang, jenseits von Autoverkehr und Hektik. Start der Strecke ist im Nordrhein-Westfälischen Netphen bei Siegen, mitten im Rothaargebirge. Von hier aus geht es über die Universitätsstadt Marburg weiter nach Gießen, Wetzlar und Limburg an der Lahn bis nach Lahnstein, südlich von Koblenz. 


Unterwegs gibt es aber nicht nur weitläufige Natur, sondern auch viele prächtige Kirchen und Burgen und Schlösser, die aussehen, als seien sie direkt aus einem Märchenbuch entsprungen. Auch zahlreiche Museen liegen am Wegesrand. Wie das Holz + Technik Museum im Gleiberger Land, das Besucherbergwerk Grube Fortuna im Solmser Land und das hoch auf einem Felsen über der Lahn gelegene Museum im Grafenschloss Diez, das als GeoInformationszentrum Historisches aus dem Lahntal zeigt. Einzigartig ist auch der Schiffstunnel in Weilburg, hier kannst Du das Schleusen der Kanuten beobachten. Zu den landschaftlichen Höhepunkten gehören die Lahnwindungen zwischen Weilburg und Runkel sowie zwischen Diez und Lahnstein. 

Von Burgen und Fachwerkhäusern

Der Dilltalradweg

Die Tour führt vom Quellgebiet der Dill bei Haiger durch das gleichnamige Tal und endet an der Mündung der Dill in die Lahn. Unterwegs zieren kleine Dörfer mit historischen Altstädten den Weg. Zum Beispiel Dillenburg und Herborn mit ihren farbenfrohen Fachwerkhäusern. Dillenburg ist zudem Sitz des Hessischen Landgestüts, das auf eine lange und erfolgreiche Tradition in der Pferdezucht zurückblickt. Regelmäßig finden hier Paraden mit prächtigen Hengsten und Fohlenschauen statt. Die altehrwürdige Gestütsanlage ist aber auch so einen Besuch wert. Ebenfalls einzigartig in Dillenburg sind die Kasematten, unterirdische Verteidigungsanlagen aus dem 15./16. Jh, die Du im Rahmen einer Führung besichtigen kannst. 

Über Burg gelangst Du weiter nach Herborn, das mit einer mittelalterlichen Stadtbefestigung und ebenfalls vielen Fachwerkhäusern Besucher begeistert. Ständiger Begleiter Deiner Tour durch das Dilltal ist übrigens nicht nur der gleichnamige Fluss, sondern auch die mächtige Ruine der Burg Greifenstein. Ein Abstecher zu ihr auf den Berg lohnt sich. Und keine Angst: Du erreichst sie ganz bequem mit dem Fahrradbus "Blaue Linie" ab Herborn. Der Radweg schlängelt sich weiter über Sinn, Dill, Katzenfurt und Dillheim nach Ehringshausen, Werdorf und Aßlar. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis Wetzlar und damit bis zur Mündung der Dill in die Lahn. In der historischen Altstadt mit - Überraschung - Fachwerkhäusern kannst Du die Tour gemütlich ausklingen lassen.

Von Ost nach West

Die R2-Flüsse-Tour

Der Hessische Radfernweg R2 beginnt bei Biedenkopf-Wallau an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfahlen und endet im Spessart an der bayerischen Grenze bei Obersinn. Damit durchquert er auf einer Länge von 202 Kilometern einmal das mittlere Hessen und folgt dabei den Flussläufen von Lahn, Fulda, Lüder und Lauter. Aus diesem Grund wird der R2 auch häufig Vier-Flüsse-Tour genannt. Mit Biedenkopf, Cölbe, Kirchhain, Alsfeld und Lauterbach passierst Du unterwegs fast nur kleinere Städtchen und Ortschaften. Die einzige Ausnahme bildet die Dom- und Barockstadt Fulda. Einst war hier das bedeutende Kloster Fulda ansässig und noch heute ist die alte Hochschulstadt Bischofssitz. Berühmtestes Wahrzeichen der Stadt ist der imposante Dom St. Salvator. Er wurde, wie auch das Stadtschloss mit seinem großen Park und der Orangerie, während des frühen 18. Jahrhunderts im Stil des Barock errichtet. 

Ebenfalls nicht verpassen solltest Du Alsfeld mit seiner Fachwerkkulisse. Nicht direkt auf der Route, aber den Abstecher wert ist die Uni-Stadt Marburg. Und Amöneburg: Da ragt ein einzelner Berg aus der Ohmebene empor, obendrauf sitzt das kleine Städtchen Amöneburg - und von dort hast Du den besten Blick über das Marburger Land. Von der Lahn bis an den Vogelsberg rollst Du übrigens meist bergab, es folgen bis zum Spessart nur ein paar wenige beschwerliche Anstiege. Erst am Schluss geht’s richtig zur Sache: Der Spessart fordert heraus. Wer Spaß an längeren Steigungen hat, ist hier goldrichtig – und wird am Ende mit traumhaften Ausblicken belohnt.

Durch Hessens Weinanbaugebiete

Der Rheinradweg (EuroVelo 15)

Über 1.500 Kilometer, durch vier Länder und vorbei an neun UNESCO-Welterbestätten: Der Rheinradweg (EuroVelo 15) führt von der Rheinquelle im Gotthard-Massiv in der Schweiz bis zur Mündung des Rheins in die Nordsee. 100 Kilometer dieser staatenübergreifenden Route verlaufen durch Hessen, beginnend bei Lampertheim und endend in Lorchhausen, der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Sie verbinden somit die zwei Weinanbaugebiete Hessens: die für ihren Roten Riesling bekannte Bergstraße mit dem Rheingau, der für Riesling und Spätlese steht. Enge Einschnitte am Mittelrhein wechseln mit Steilhängen, an denen Weinbau betrieben wird. Die Burgen, Schlösser und Klöster zeugen von einer bewegten Vergangenheit.  


Wer sich für Natur interessiert, sollte bei Biebesheim eine Pause einlegen. Hier liegt das Europareservat Kühkopf-Knoblochsaue. Es ist das größte Hessische Naturschutzgebiet und eine der interessantesten Auenlandschaften in Mitteleuropa. Zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere leben hier. Geprägt wird das Ökosystem von regelmäßigen Überschwemmungen des Rheins. Ebenfalls sehenswert ist die historische Rheinschiffsmühle Ginsheim, in der Du spannende Einblicke in die Technik und die Arbeitsbedingungen vergangener Zeiten bekommst.