Auf den Spuren des Spätlesereiters
Weißt Du, woher die Spätlese ihren Namen hat? Der Legende nach brauchten die Mönche des damaligen Klosters Johannisberg 1775 die Erlaubnis des Fürstabtes von Fulda, um mit der Weinlese beginnen zu dürfen. Sie schickten einen Boten mit Traubenproben nach Fulda. Doch dieser Bote kehrte erst mit mehrwöchiger Verspätung zurück. In dieser Zeit schienen die Trauben sichtlich verdorben zu sein. Mit wenig Hoffnung auf ein genießbares Ergebnis kelterten die Mönche die Trauben und zu ihrer großen Überraschung entstand ein hervorragender Wein, der heute als Spätlese weltweit geschätzt wird. Du folgst dem hessischen Spätlesereiter auf dem Weg, den er damals wohl genommen hat – dem R3.
Etappe 1 – Rüdesheim bis Offenbach
Mit den Flüssen Rhein und Main als Wegweiser bist Du auf der ersten Etappe in bester Gesellschaft. Dein Startpunkt ist Rüdesheim am Rhein, idyllisch gelegen im Rheingau am Südhang des Taunus, direkt gegenüber von Bingen. Zwischen Frühling und Herbst empfehlen wir Dir eine Fahrt mit der Seilbahn zum Niederwalddenkmal – die Aussicht ist traumhaft. Auf dem Rheinradweg folgst Du den Spuren der Römer, die hier den Weinbau perfektionierten. Zur Weinlesezeit triffst Du dort auf viele Weinprobierstände. In Mainz solltest Du unbedingt in die Bastion Schönborn einkehren. Dieses regionale Restaurant bietet einen wunderbaren Blick auf das Rheinufer und die vorbeifahrenden großen Frachtschiffe. Auf dem weiteren Weg kommst Du am Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne vorbei und erblickst schon bald die beeindruckende Skyline von Frankfurt. Ehe Du Dich versiehst, erreichst Du auch schon das Stadtgebiet von Offenbach.
Etappe 2 – Offenbach bis Schlüchtern
Du verlässt Offenbach und erreichst bald die Fähre in Rumpenheim. Nach der Überfahrt folgst Du zunächst weiter dem Mainradweg. Es geht vorbei am prächtigen Schloss Philippsruhe, in dem Du entweder im Gewölbekeller oder im Sommer auf der Schlossterasse schlemmen kannst. Dann weiter nach Hanau, der Geburtsstätte der berühmten Brüder Grimm. Entlang der Kinzig radelst Du über den Obergermanisch-Raetischen Limes bis nach Gelnhausen. Kurz vor Steinau an der Straße gelangst Du an den Kinzigstausee – Zeit für ein Foto. Kein Wunder, dass der Spätlesereiter bei diesen schönen Orten die Zeit ganz vergessen hat. Angekommen im Etappenziel Schlüchtern kannst Du entweder vor Ort oder im wenige Kilometer weiter entfernten Landhotel Weining übernachten, bevor Du Dich wieder auf den Sattel schwingst.
Etappe 3 – Schlüchtern bis Tann
Nachdem Du Schlüchtern und das Flachland hinter Dir gelassen hast, steigt der Weg bis zur Autobahn leicht an. Überquerst Du diese, erreichst Du bald die Fliede, die schließlich bei Ziegel in die Fulda mündet. Der Fluss führt Dich behutsam in die Stadt Fulda, wo Du auf die prunkvolle Orangerie triffst, die zwischen 1721 und 1724 erbaut wurde. Ursprünglich war die Anlage ein Veranstaltungsort und ein Lager für Ziergehölze wie Zitronen und Orangen - deshalb der Name. Von Fulda aus geht es in die Rhön und nach einem kurzen Anstieg durch den Milseburgtunnel (im Winter für Radfahrer gesperrt) bergab zum Etappenziel hinter Tann. Im Wirtshaus Zum Zobel kannst Du Dich als verdiente Belohnung mit echten Rhöner Wildgerichten verwöhnen lassen.
































































































































